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Stolpersteine in Wannsee

Artikel erschienen im KIEZ.Magazin (03/09)

Gunter Demnig beim Verlegen des Stolpersteins für Wolff Joseph

Bis August 2007 gab es in Wannsee nur zwei Stolpersteine. Im März 2009 werden es bereits 19 Steine sein, die an jüdische Holocaust-Opfer aus Wannsee erinnern. Außerdem findet sich hier ein Stolperstein für einen ermordeten Widerstandskämpfer. Der Künstler Gunter Demnig verlegt die kleinen Messingtafeln in den Gehweg vor den letzten Wohnorten der Naziopfer.

Anfang 2007 schlug ich dem „Verein für Kultur und Geschichte in Wannsee e.V.“ vor, die Patenschaft, also die Kosten für die Verlegung dreier Stolpersteine zum beispielhaften Gedenken an ehemalige Wannseer Nachbarn, zu übernehmen. Bei Recherchen im „Haus der Wannseekonferenz“ stellte ich fest, dass allein aus Wannsee 31 Menschen deportiert und ermordet wurden.

Zu den drei von uns finanzierten Steinen kamen drei weitere von einem Ehepaar aus unserer evangelischen Kirchengemeinde hinzu, und ein Stein wurde von einer Privatperson gesponsert. Am 12. September 2007 wurden die Stolpersteine verlegt, und an der Gedenkfeier in unserer Stolper Dorfkirche drei Tage später nahmen auch acht Angehörige eines Opfers teil, zwei reisten sogar aus Schweden an. Den Enkel einer Frau, die am Stölpchensee gelebt hatte, konnten wir übers Internet in den USA ausfindig machen. Dankbar schickte er uns ein Grußwort zu unserer Veranstaltung.

Unsere Aktion hat weiter gewirkt: Ein jüdischer Wannseer hat nach unserer Gedenkfeier zunächst zwei Steine und für die Verlegung im März 2009 einen weiteren Stein gesponsert.
Für die Mutter und Großeltern eines inzwischen verstorbenen, 1939 gerade noch rechtzeitig nach England emigrierten Freundes hat ein anderer Nachbar drei Steine gespendet. Die „Liebermann-Gesellschaft“ hat für eine Nichte Liebermanns und ihre drei Kinder inzwischen auch vier Steine verlegen lassen.

Hannelore Bolte - 1. Vorsitzende

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